Bäcker tarifvertrag bayern 2018

Werden die drei Voraussetzungen nicht erfüllt, gilt der Streik als rechtswidrig. Arbeitnehmer, die an unrechtmäßigen Streiks teilnehmen, sind nicht durch Streikgesetze geschützt und können sanktioniert oder entlassen werden. Zu den ungesetzlichen Streiks gehören z. B. Go-Slows und Sabotageakte, Streiks in Bezug auf eine bestimmte Verpflichtung, die Teil des Arbeitsvertrags ist (z. B. Bereitschaftsdienst), wiederholte Blockaden oder Besetzungen des Unternehmens ohne kollektiven Arbeitsstillstand oder Arbeitnehmerbefragung, und Streiks auf Unternehmensebene, die rein politisch sind. Finnland verfügt traditionell über ein dreistufiges System, wobei Tarifverhandlungen normalerweise auf nationaler, sektoraler und lokaler Ebene stattfinden. Diese Praxis befindet sich jedoch derzeit in einem Wandel: Nach einer Änderung der internen Regeln in den Jahren 2015-2016 hat sich der Spitzenverband der finnischen Industrie (EK), der wichtigste Arbeitgeberverband, gegen die Teilnahme an Tarifverhandlungen auf zentraler Ebene entschieden. So könnte der Pakt für Wettbewerbsfähigkeit 2016, eine wichtige dreigliedrige Arbeitsmarktvereinbarung, die unter anderem einen Lohnstopp für 2017 und eine 24-Stunden-Verlängerung der Jahresarbeitszeit vorsieht, die letzte der großen zentralisierten Vereinbarungen gewesen sein. Die Tarifrunde 2017–2018 wurde direkt auf sektoraler Ebene ausgehandelt, ohne dass eine zentrale Vereinbarung vorausgegangen wäre.

Andere Gewerkschaften haben erheblichen Einfluss, haben aber noch keinen repräsentativen Status auf nationaler sektorübergreifender Ebene. Sie könnten jedoch durchaus Tarifverhandlungen auf Unternehmensebene oder, wenn sie die sektorale Schwelle bei den letzten Wahlen erreichen, auf sektoraler Ebene durchführen. Da das finnische Tarifverhandlungssystem traditionell stark zentralisiert ist, war die nationale Ebene die wichtigste bei der Festlegung der Rahmenbedingungen für Änderungen der Löhne und Arbeitszeiten. Der Rückzug der wichtigsten Spitzenorganisation der Arbeitgeber aus den Tarifverhandlungen auf zentraler Ebene im Jahr 2016 wird sich jedoch vermutlich auf das Verhandlungsniveau auswirken. Einzelheiten zu Löhnen und Arbeitszeiten werden in Vereinbarungen auf niedrigerer Ebene ausgearbeitet. Sektorale Vereinbarungen bilden die rechtlich durchsetzbare Grundlage für Arbeitsverträge (Asplund, 2007). Nach dem Nationalen Reformplan 2017 sind die Lohnstückkosten seit 2013 weniger dynamisch als im Euroraum, dank einer Entwicklung der Reallöhne, die im Durchschnitt niedriger sind als Produktivitätszuwächse und Maßnahmen zur Senkung der Arbeitskosten (CICE und Pakt der Verantwortung und Solidarität). Die Verlangsamung der Löhne und das Fehlen einer Erhöhung des Mindestlohns, die über die Anwendung der Indexierungsformel hinausgeht, haben es ermöglicht, die Arbeitskosten einzudämmen.

Die Nominallöhne stiegen von 3,2 % im Zeitraum 2000-2007 und 1,7 % im Zeitraum 2007-2016. In der jüngsten Periode stiegen die ausgehandelten Löhne (Basismonatslohn – SMB – und Bruttostundenlöhne – SHBOE) im dritten Quartal 2018 leicht um + 1,5% im Vergleich zum Vorjahr. Im gleichen Zeitraum stieg die Inflation um + 1,9 %. Infolgedessen bewegen sich die Reallöhne langsamer als vor der Krise. Die Gleichstellung von Männern und Frauen ist für Unternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten zu einem obligatorischen Verhandlungsgrund geworden, eine Verpflichtung, die jetzt mit einer Geldstrafe von bis zu 1 % des gesamten Lohnbetrags einhergeht, wenn sie nicht eingehalten wird (Arbeitsgesetzbuch, L2242-8). In großen Unternehmen wurden wichtige Vereinbarungen getroffen. Die zahlunfreiwillige Teilzeitarbeit ist in Frankreich von 34,2 der Erwerbstätigen im Jahr 2012 auf 41,8 % im Jahr 2018 stark gestiegen. Mehr als die Hälfte der männlichen Arbeitnehmer ist mit unfreiwilliger Teilzeit konfrontiert, während weniger als ein Viertel der weiblichen Arbeitnehmer 2018 in der gleichen Situation war.

Das hohe Niveau der unfreiwilligen Teilzeitarbeit hängt mit der Bedeutung des Dienstleistungssektors in der französischen Wirtschaft und der hohen Arbeitslosigkeit zusammen, die die Menschen zwingen, Teilzeitarbeit anzunehmen, während sie eine Vollzeitstelle bevorzugen. Die Lohnquote ist in Frankreich sehr hoch, und die ECS-Zahlen scheinen die tatsächliche Abdeckung zu unterschätzen.

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